Fahrzeuge

Die Notarzteinsatzfahrzeuge in Burghausen

Das NEF 1, ein BMW X3, ist rund um die Uhr mit einem Fahrer und einem Notarzt besetzt und an der Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes an der Kreisklinik Burghausen stationiert. Es rückt zu rund 1500 Einsätzen im Jahr aus. Es löste am 15.07.2006 seinen Vorgänger, einen Volvo V70 nach über 10.000 Einsätzen ab.

Funkrufname: Rotkreuz Burghausen 76/1

Medizinische Ausstattung:

  • Ulmer Koffer. Notfallkoffer, Herzstück des Equipments, das die wichtigsten Utensilien wie Medikamente, Intubation, Venenzugang, Infusionen, Blutdruckmessung, Blutzuckerbestimmung etc. enthält.
  • EKG Corpuls 08/16. EKG-Diagnostik, Defibrillator und Pulsoxymeter in einem Gerät
  • Absauger Accuvac von Weinmann zur Sekretabsaugung aus Mund/Rachenraum und den Atemwegen
  • Medumat Variabel von Weinmann. Zur Sauerstoffinhalation und kontrollierten Beatmung
  • Ulmer Babykoffer. Speziell auf Säuglinge und Kleinkinder zugeschnittene Ausstattung: Venenpunktion, Intraossärnadel, Intubation, Medikamente. Eigenes Pulsoxymeter für die kleinen Patienten.
  • Toxbox. Beruht auf den Empfehlungen der Toxikologie rechts der Isar. Zur Behandlung von Vergiftungen
  • Rescuebag Chirurgie/ Verbrennung. Alle Utensilien zur Behandlung von Verbrennungen sowie spezielles chirurgisches Equipment: Thoraxdrainagen, Notkoniotomie, Amputatset, zentrale Venenkatheter etc.

Das 2. Notarzteinsatzfahrzeug ist offiziell als First Responder zugelassen, wird aber von der Leitstelle wie ein reguläres Notarzteinsatzfahrzeug alarmiert, das dann zum Einsatz kommt, wenn das NEF 1 bereits im Einsatz ist oder z.B. bei Verkehrsunfällen mehrere Notärzte benötigt werden. 

Aufgrund der Zulassung als First Responder lautet der Funkrufname nicht wie zu erwarten "Rotkreuz Burghausen 76/2", sondern "Rotkreuz Altötting 42/11/1", da das Fahrzeug organisatorisch dem Katastrophenschutz des Kreisverbandes Altötting zugeordnet ist.

Das NEF 2, ein Mercedes der C-Klasse, ist das Fahrzeug für den „Hintergrund-Notarzt", der aktuell zu „nur"

noch rund 100 Einsätzen im Jahr alarmiert wird. Die Notwendigkeit des NEF 2 ergibt sich durch die Grenzlage

Burghausens: Ist das NEF 1 bei einem längeren Einsatz, z.B. in Österreich, gebunden, war früher häufiger ein

2. Notarzt der Kreisklinik mit einem freien Rettungsfahrzeug abgeholt worden. Da aber nachts und am Wochenende

in Burghausen nur 1 Rettungswagen besetzt ist, erwies sich dies oft als Engpass. Ein 2. Notarzt wäre zwar

verfügbar gewesen, hätte aber mangels Fahrzeug nicht ausrücken können. Dieses Problem wurde mit dem NEF 2, das

in „Boomzeiten" 200 Einsätze jährlich verzeichnen konnte, gelöst.

"Lohnt sich das überhaupt?" ist eine häufig gestellte Frage von Kritikern. Gemessen an "nur" 100 Einsätzen

sicher nicht. Bedenkt man dabei aber, daß in diesen rund 100 Fällen jährlich sonst gar kein Notarzt oder nur

mit deutlicher Verzögerung verfügbar gewesen wäre, "lohnt es sich" doch, zumindest für den Notfallpatienten.

Bedingt durch die Randlage der Stadt wäre ohne das NEF 2 eine Abdeckung des Gebietes nur noch durch den

Notarzt Altötting sinnvoll möglich. Befindet sich dieser ebenfalls im Einsatz, stünde nun der nächste Notarzt

in Mühldorf.

Übrigens ist laut dem "TRUST"-Gutachten die Stadt Burghausen unter allen rund 100 Gemeinden und Städten im

Gebiet der Rettungsleitstelle Traunstein (umfaßt die Landkreise Altötting, Mühldorf, Traunstein und

Berchtesgadener Land) auf Platz 3 bei der Anzahl der Notarzteinsätze pro Gemeinde (hinter Waldkraiburg und Bad

Reichenhall).

Eigentümer des Fahrzeuges ist der „Verein zur Förderung der Notfallmedizin Burghausen e.V.", Betreiber ist das

BRK gemeinsam mit dem Förderverein. Auf den Fotos ist das NEF 2 noch mit dem alten Volvo zu sehen. Das

aktuelle Design des Fahrzeugs zeigt Bild 1.